BDKJ Dekanatsstelle Reutlingen-Zwiefalten

Pädagogoik

Aufbau einer Gruppenstunde

Einleitung

1. Sammlung und Begrüßung

2. Aktion

3. Beruhigungsphase

Hauptteil

4. Einführung zum Thema

5. Höhepunkt

6. Zusammenfassung und Auswertung

Schlussteil

7. Ausblick

8. Schluss

Die Gruppenstunde

In der Theorie gibt es einen Fünf-Schritt um zu einer guten Gruppenstunde zu gelangen:
Ziel > Thema > Methode > Durchführung > Reflexion

Das Ziel

Um überhaupt eine gute und sinnvolle Gruppenstunde zu machen, bedarf es eines Ziels, welches man verfolgt! -> Denn es gibt nichts schlimmeres als wenn ein Kind kommt und fragt, was soll'n das alles und man steht da und bekommt außer „wurgsaf”„ nicht viel raus!!!
Woher aber Ziele nehmen?
Ziele kommen zum einen aus deinem eigenen Leben, sie sind meist in Wünschen und Idealen versteckt, die man in sich trägt. Man träumt z.B. von einer harmonischen Gruppe, wo alle sich mögen und jeder füreinander da ist und vor allem unheimlich viel Spaß hat – das Ziel ist also klar eine gute, harmonische Gruppe.
Ebenso kommen Ziele aus dem Verband oder der Gruppengründung heraus:
Partizipation, persönlichkeitsbildende Vorgaben, christliche Erziehung etc.
Des weiteren aus dem christlichen Rahmen in welchem die Jugendarbeit eingebettet ist! Die Liebe zu den Menschen und sich selbst, das Erkennen deines Lebens und natürlich ein Leben in Fülle (ab und zu mal einen Blick in die Bibel reinwerfen, lohnt sich).

Auch aus aktuellen Anlässen (Feste, Aktionen, Konflikte, Gruppenphasen etc.) Durch Mitbestimmung, Gruppenmitglieder äußern ihre Wünsche und Ziele.
Und letztlich auch aus dem Gesetz. Außerschulische Jugendbildung soll helfen, die Persönlichkeit zu fördern und dafür Entfaltungs- und Entwicklungsräume zu ermöglichen (KJHG).

Beispiel

Ziel: Spaß haben, hat man dann wenn man weiß was man kann und was nicht.
Konkretes Gruppenstundenziel könnte daher sein: Musikalische Talente erkennen (zu bedenken ist, dass man beim Ziel nicht nur eingeleisig denkt, sondern Musik aus mehreren Blickwinkeln betrachtet, dadurch ergeben sich eine Fülle von Themen, z.B. Musikinstrumente bauen, spielen, erfinden, Musik machen ohne Instrumente, Texte machen, Hip Hop etc.)

Das Thema

Ist man sich nun im Klaren wohin ich mit der Gruppe will, ergeben sich dadurch automatisch auch Themen bzw. Themen ergeben sich auch aus der Situation in der Gruppe:
Wenn das Ziel eine harmonische Gruppe ist, können Themen sein: Umgang mit Konflikten, Teamfähigkeit, Beteiligung in der Gruppe, Kommunikationsfähigkeit.
Würde das Ziel eine ausgereifte Persönlichkeit der “Grumis” (Gruppenmitglieder) sein, wären Themen: Begabungen/Talente erkennen, Auseinandersetzung mit den Sinnfragen, Entscheidungsfähigkeit, Kritikfähigkeit.
Also wenn nun Ziele gefunden sind, lassen sich relativ schnell auch Themen finden, die sich auch bei mehreren Zielen überschneiden können. In der Regel hat man mehrere Ziele, die man verfolgt. Hast du kein Ziel, dann schau in dich und suche immer die, die gut und hilfreich für dich und andere sind.
P.S. Ein positives Bild von Dir und den Menschen hilft dir dabei.

Beispiel

Wir spielen Musik.

Die Methode

Erst in diesem Schritt muss man sich damit quälen, wie man eine Gruppenstunde nun so gestaltet, dass es auch eine tolle Gruppenstunge wird.
Was einem nun auf jeden Fall enorm hilft ist, dass nach den Zielen und den daraus resultierenden Themen nun nur noch eine passende Methode gefunden werden muss.
Diese richtet sich immer nach den Gruppenmitgliedern deshalb ist es wichtig zu wissen, wer sind eigentlich die “Grumis“?
Fragen die dir dabei helfen können:

Sind nun diese Fragen mehr oder weniger klar und geklärt, kann es an die Arbeit gehen:

Gut wäre es, wenn man den “Grumis” auch erzählt, warum und wieso wir heute, genau dies oder jenes machen bzw. gemacht haben, damit die sie auch eine Chance haben einen Sinn darin zu sehen. Ergo ist einem das Thema klar, dann findet man auch die entsprechende Methode, Hilfe hierzu findet sich in einer Unmenge Literatur (die halt erst Sinn macht wenn euch auch das Ziel, Thema und die Zielgruppe klar ist).
P.S. In der Jugendgruppe, spielen wir nicht nur einfach Spiele, sondern wir verfolgen ein bestimmtes Ziel dabei – Oder?

Durchführung

siehe Aufbau einer Gruppenstunde
Empfehlungen zur Durchführung:
Habe Respekt und Achtung vor der Person eines jeden “Grumis” (wenn es dir hilft, bedenke er/sie ist ein Meisterwerk Gottes!).
Achtung und Respekt vor dem was gemacht wird (d.h. wenn einer überhaupt nicht will und nur am Programm mosert, darf er auch ruhig nach Hause gehen).
Komme immer mind. 10 Minuten bevor die Gruppenstunde beginnt Der Raum und die nötigen Materialien sollten schon vor Beginn der Gruppenstunde fertig und bereitgestellt sein.
Eine gute Gruppenstunde braucht eine gute Vorbereitung.
Seit klar in dem was ihr tut und sagt (NICHT nach dem Motto heute dies morgen das). Die Gruppe braucht verlässliche und klare Regeln (z.B. bei Störungen). Und zuletzt bitte um den Segen von oben, den kannst du immer gebrauchen!

Beispiel

Methode: Improvisation, mit unterschiedlichen Instrumenten, Einübung von Rhythmen und Klängen, Zusammenführung der einzelnen Rhythmen und Klänge.
Material: Percussion aller Art (Bongo, Rassel, Gurke usw.)

Die Reflexion

Ist das Element, welches am meisten vernachlässigt wird aber mit am wichtigsten ist!!!
In der Reflexion erschließt sich oft das was den meisten Gruppenstunden nach Meinung vieler “Grumis” fehlt: der „Sinn“
Hier ist endlich der Ort wo jedes “Grumi” mit seinen Worten zur Sprache kommt.

Deshalb hier die Empfehlung

Nehmt nach jeder Gruppenstunde wenigstens 10 Minuten Zeit, in der jeder zu Wort kommen darf (Kleine Faustregel am Rande – es genügt, wenn jeder zwei Punkte benennt: einen positiven und einen negativen, dies kann auch in Verbindung z.B. mit einem süßen und sauren Hariboteil sein).
Die Frage lautet immer:

ACHTUNG

Hier gilt es als Leiter Kritik auszuhalten und anzunehmen, achtet die Meinung der Kids! (Hier sind Persönlichkeiten gefragt).
Für den Leiter bedeutet diese Phase ebenso, dass er sagt, was er gut und schlecht fand und was hilfreich und hinderlich war. Auch ist es angebracht, hier zu erklären, was er mit der ganzen Stunde bezwecken wollte (oft kommen die Kids aber schon selbst drauf).

Beispiel

Was war gut? Was hat euch nicht gefallen?
Oder Wie ist es euch damit ergangen, was hat das mit dir gemacht?